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Partnerschaft mit time2market – OKR-Master Christian Mercier im Interview

13. Oktober 2021 / 11 Minuten / Autor:innen: Sebastian

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Seit Mai 2021 arbeitet time2market mit uns zusammen und nutzt unsere Software für den aktuellen Zyklus Q4/2021. In einem Interview mit OKR-Master Christian Mercier von time2market möchten wir herausfinden, wie seine ersten Eindrücke in der Zusammenarbeit mit uns sind und wie er selbst Fan und Coach des OKR-Frameworks wurde.

Christian, wie kam es zum Kontakt zwischen time2market (Marke der frobese GmbH) und nuwork?

Über LinkedIn habe ich eine Interviewanfrage von Lara zum Thema New Work und OKR erhalten. Das Interview selbst hat dann Mathias geführt, obwohl ich Lara auch gern persönlich kennengelernt hätte. Der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme hat gut gepasst, denn es gab erste Ideen und Aktivitäten eine OKR-Software bei time2market einzusetzen.

Welche Rolle nimmst du bei time2market ein?

Da muss ich doch etwas weiter ausholen, weil wir eine recht komplexe Unternehmensstruktur haben und ich eine Vielzahl verschiedener Aufgaben übernehme. Ich selbst bin in der frobese GmbH angestellt und bin als Agile Coach für unsere Marke time2market im Einsatz. Die frobese GmbH ist ein Beratungsunternehmen für Software mit dem Schwerpunkt Banken und Versicherungen. Historisch sind wir mit reiner Softwareentwicklung gestartet und decken mittlerweile verschiedene Themen wie Agilität, Softwareberatung, Softwareentwicklung, Qualitätssicherung, Compliance und Training ab. Die frobese wiederum gehört zur Data Respons aus Norwegen, die der Dachorganisation AKKA Technologies aus Frankreich untergeordnet ist. Schwerpunkte meiner täglichen Arbeit ist die Unterstützung und das Coaching beim Einsatz agiler Frameworks wie OKR und Scrum, sowie die Beratung zu qualitätssichernden Maßnahmen in der Softwareentwicklung. Wir arbeiten bei frobese nicht mehr in Abteilungsstrukturen, sondern organisieren uns als Netzwerk mit themenbezogenen Schwerpunktteams. So bin ich zum Beispiel Mitglied im Strategieteam, da ich OKR als Zielmanagementsystem innerhalb der frobese betreue.

Seit wann beschäftigst du dich mit dem Thema OKR und seit wann nutzt ihr es bei time2market?

In der Sparkasse war ich früher für die Vertriebsplanung verantwortlich und habe OKR als ein mögliches Framework kennengelernt, aber noch nicht praktisch angewandt. Nach einigen neuen beruflichen Stationen ist mir das Thema vor ca. 2-3 Jahren wieder begegnet. Über die Jahre habe ich gelernt, dass Agilität nicht nur gepredigt werden darf, sondern in der Praxis durch Einsatz agiler Methoden untermauert werden muss. Im Kern hilft OKR den Fokus zu stärken und Ziele zu erreichen. Bei time2market haben wir OKR über die Definition von Vision und Mission eingeführt. Unser Markenleiter hat OKR vor 2 Jahren in die frobese mitgenommen und dort auf Company-Ebene etabliert. Seit einem Jahr sind unsere Teams so ausgerichtet, dass wir damit sinnvoll arbeiten können.

Hast du dich zum Thema OKR im Vorfeld weitergebildet oder zertifizieren lassen?

Ich bin der erste offizielle OKR-Master bei frobese. Ein Trainee wird derzeit durch mich eingearbeitet, um das Wissen auf breitere Füße zu stellen. Ich hatte im Vorfeld viel Erfahrung im agilen Umfeld gesammelt und das Thema gemeinsam mit Artur Strasser vorangebracht, er mehr strategisch und ich im operativen Bereich. Eine Zertifizierung habe ich nicht machen lassen, weil kein passendes Angebot vorhanden war. Ein regelmäßiger Austausch mit gleichgesinnten Beratern wie zum Beispiel von OKR-Berater.de hilft mir sehr. Aktuell baue ich zusätzlich themenbezogen ein Anwender-Netzwerk in der Region Hannover auf.

Wie lief der erste Zyklus und welche Erkenntnisse habt ihr mitgenommen?

Wir haben von Beginn an unsere strategische Planung mittels OKR auf ein Quartal ausgerichtet. Seitdem ist unser Zyklus von 3 Monaten so geblieben und hat sich bewährt. Das hat bisher auch super gepasst, da wir so unsere strategische Ausrichtung immer wieder überprüfen und im Sinne der Agilität anpassen können. Die größte Herausforderung war anfangs das Formulieren von Zielen in Objectives und die Herstellung der Messbarkeit (Key Results). Das braucht ein wenig Übung. Weiter gab es auch gewisse Berührungsängste mit dem neuen Framework. Viele müssen damit erst einmal warm werden und ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Aber auch das hat sich positiv entwickelt. Ganz wichtig sind auch die passenden Teamstrukturen, um effizient mit OKR arbeiten zu können. Diese haben wir angepasst und optimiert. So ist unsere Netzwerkorganisation geschärft worden. Wichtig war anfangs den OKR-Prozess zu etablieren und die Häufigkeit der Weeklies bzw. Check-Ins zu finden. Auch der Planungsprozess spielte eine Rolle. Wir haben es im Gegenstromverfahren probiert und testen nun den klassischen top-down-Ansatz. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Auch beim Thema Verantwortung gibt es Herausforderungen. Es braucht für die OKR-Sets einfach einen Lead, der die wichtigen Themen treibt und immer wieder daran erinnert. Eine wichtige Erkenntnis war auch die erforderlichen Kapazitäten zur Umsetzung der Ziele einzuplanen. Die benötigte Zeit für OKR und vor allen Dingen für die Verfolgung und Umsetzung der Ziele muss allen bewusst sein. Nur dann wird der Fokus auch auf die wichtigen Dinge gelenkt. Fokus ist und bleibt aber ein wichtiges Thema bei uns.

Hast du im Vorfeld schon nach Software Ausschau gehalten und warum wurde bisher keine Software eingesetzt?

Für mich stand immer die Einführung der OKR-Methodik im Vordergrund. Erst wenn der OKR-Prozess stabil läuft und das Framework im Ganzen verstanden ist, ergibt die Einführung einer Software aus meiner Sicht Sinn. Eine Software ist nie die erste Lösung für Probleme, sondern das Verständnis muss hergestellt werden. Erst danach kann eine OKR-Software dabei unterstützen, den Prozesse zu vereinfachen. Deshalb hatte ich zuletzt den Markt bezüglich OKR-Software analysiert und bin dabei nicht wirklich fündig geworden. Oftmals waren die Softwareprodukte entweder zu groß oder nicht passgenau. Damit hatte ich das Thema OKR-Software Ende 2020 eigentlich erst einmal zur Seite gelegt.

Was versprichst du dir vom Einsatz der nuwork Software?

Bisher nutzen wir Excel für die Abbildung von OKR im Unternehmen. Doch ab einer gewissen Komplexität stößt Excel natürlich an seine Grenzen. Zudem lässt sich damit nicht gut gemeinsam an den OKR-Inhalten arbeiten und auch die gegenseitige Benachrichtigung ist nicht optimal. Durch die nuwork Softwarelösung verspreche ich mir im Allgemeinen mehr Transparenz und eine bessere Zusammenarbeit was OKR angeht. Mehr Transparenz kann ich mit Softwareunterstützung ganz einfach durch Filtern, Suchen, Verketten und Verknüpfen von Objectives und Key Results herstellen, was in Excel schwer oder gar nicht möglich ist. Durch diese Transparenz wird das Alignment im Unternehmen gefördert, die Motivation für den Einsatz von OKR gesteigert und am Ende der Fokus erhöht, was mir besonders am Herzen liegt.

Wie ist dein erster Eindruck von der nuwork Software?

Zur Zeit stehen wir noch ganz am Anfang was die Einführung der nuwork Software angeht. Wir haben unsere Teamstruktur für time2market in nuwork abgebildet und ein erstes OKR-Planning durchgeführt. Als nächstes stehen im aktuellen Zyklus die Check-Ins an. Ich bin schon sehr gespannt, wie uns die nuwork Software dabei unterstützt. Gegen Ende des Zyklus folgen das OKR-Review und die OKR-Retrospektive, die eventuell noch nicht optimal über eine Softwarelösung abgebildet werden können. Nach einem erfolgreichen Probezyklus in Q4/2021 würden wir mit 2-3 weiteren Teams aus der frobese GmbH in einen weiteren Zyklus starten und danach überlegen, die nuwork Software möglicherweise in der gesamten frobese GmbH einzuführen. Aber das ist heute noch Zukunftsmusik.

Wie hat sich unser Team nuwork bisher um dich gekümmert?

Nach einer sehr interessanten Produkt-Demo hat Mathias mit uns ein gemeinsames Onboarding organisiert. Damit wir im ständigen Austausch bleiben nehmen wir an den 14-tägigen Produkt-Reviews teil und haben darüber hinaus auch direkte Feedback-Termine mit Mathias als Product Owner. nuwork ist ein sehr positives Beispiel was das Review angeht, denn das gesamte Team ist Feedback gegenüber sehr aufgeschlossen. Bei mir kommt die ganz klare Botschaft an: “Wir wollen Feedback”. Unsere Ideen werden hinterfragt, ernst genommen und bearbeitet. Wir als Kunde werden sehr gut ins Review eingebunden und können bei der Präsentation direkt Feedback geben. Schön ist auch, dass Wünsche schnell und unkompliziert umgesetzt werden. Es gibt keine langen Wartezeiten. Am Ende des Reviews findet eine Abstimmung über das Review an sich statt, was ich gut finde und sogar für mich in dieser Form übernommen habe. Mathias als Product Owner ist für mich schnell erreichbar und hat jederzeit ein offenes Ohr. Ich empfinde es insgesamt als eine sehr wertschätzende Zusammenarbeit. Einfach klasse!

Welche Wünsche hast du für die Zukunft an unsere Software?

Wünsche und Ideen gibt es natürlich reichlich. Diese müssen durch nuwork dann richtig priorisiert und ins Backlog einsortiert werden. Ein für uns wichtiges Thema ist der Ausbau der OKR-Backlog Funktion zur Förderung des Fokus. Es wird ersichtlich an welchen Themen wir gerade arbeiten und welche in Zukunft auf uns warten. Damit sehen die Kollegen, dass ihre Themen nicht untergehen. Auch ganz wichtig ist mir, dass der OKR-Prozess leichtgewichtig bleibt. Der OKR-Prozess ist einfach zu verstehen und leicht anzuwenden. Dieser Grundsatz sollte durch eine Software unberührt bleiben. Einen kleinen Schmerzpunkt haben wir aktuell bei der Zyklenverwaltung. Da befinden wir uns mit Mathias in einem Austausch. Für uns wäre es besser, wenn sich Zyklen überlappen können, da wir in unserer Netzwerkorganisation unterschiedlich arbeiten. Für eine bessere Planung wünschen wir uns die Möglichkeit Kapazitäten an den Objectives und Key Results einzuplanen, damit alle ihren Input im Blick zu haben. Auch die Anbindung an ein Aufgabenmanagementsystem wäre für die abgeleiteten Initiativen sinnvoll. Allerdings soll OKR ein Zielmanagementsystem bleiben.

Wir bedanken uns bei Christian Mercier für das sehr interessante Interview und wünschen ihm viel Erfolg bei der Umsetzung und Anwendung des OKR-Frameworks mit unserer Software nuwork!

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